Auszüge aus einem Interview mit Christian Geistdörfer von Helmut Deimel, Der Rallyesport 1987/88

1980 war ein unheimlich tolles Jahr. Herausragend ist der Nebelritt in Portugal. Wie war so ein Ding überhaupt möglich?

03/1980 WM-Titelgewinn Rallye Portugal: legendärer Sieg "Nebelfahrt Agamil"

03/1980 WM-Titelgewinn Rallye Portugal: legendärer Sieg „Nebelfahrt Agamil“

Wir hatten den „Schrieb” umgestellt. Der Unterschied zwischen 78 und 80 war wie Tag und Nacht. Alles ist viel präziser und exakter geworden. Wenn du zum Beispiel 150 Meter nach vorne gesehen hast, und da war dann so eine leichte Rechts drin, die hat der Walter nie geschrieben, obwohl es eine Bewegung am Lenkrad war. Der Achim war in der Beziehung oberpenibel, und das hab ich von ihm mitgebracht, und hab gesagt: „Du, genauer, ja? Der Achim schrieb alles und machte das so und so”, und ich hab viel vom Achim erzählt. Da ist der Walter dann auch viel präziser geworden. Und in dem Jahr, in Portugal, haben wir ganz bewußt Nebelnoten gehabt. Dazu haben wir Distanzen aufgeteilt. Als Anhaltspunkte nahmen wir, was wir neben der Straße gesehen haben; Bäume, Büsche, Zäune. Es hat gepaßt, wie ein Guß. Und die Bereitschaft zum Risiko, die war damals zweifelsohne da. Das war wohl Walters heißestes Jahr. Weil er unbedingt Weltmeister werden wollte, obwohl er immer gesagt hat: „Nein, das interessiert mich nicht.” Aber es war sein Ziel, da wollte er hin, noch dazu nach dem Monte-Sieg, da war er richtig gut drauf.

Mehr…