Die Großen Rallye Stars von Claus-Peter Andorka

„Der Fahrer muß sich ganz auf seine Arbeit am Lenkrad konzentrieren können” sagt Christian Geistdörfer, „alles andere erledigt der Beifahrer”.

Getreu diesem Grundsatz spielte er das Aschenputtel neben dem Prinzen, war aber bei aller Bescheidenheit stets selbstsicher genug, auch seinen Anteil am Erfolg herauszustreichen. „Und wenn es nur 30 Prozent sind, dann sind das 30 Prozent vom Ganzen, ohne die es nicht geht.” Doch das wissen nur die Experten. Die breite Masse interessiert es nicht, die Medien nur in Ausnahmefällen. „Als Beifahrer kannst du nur in die Schlagzeilen kommen, wenn du einen Fehler machst”, sagt er. „Du kannst so gut sein wie du willst, das nimmt kein Mensch zur Kenntnis. Aber wenn du die Rallye Monte Carlo wegen falschen Stempelns verlierst, stehst du am nächsten Tag in jeder Zeitung.”

Auf diese Art von Ruhm hat Christian Geistdörfer gerne verzichtet. „ Der Walter hätte mich sofort aus dem Auto geworfen”, sagt er. Walter Röhrl war für ihn immer und überall der Chef. Der Beste von allen. Angst? „Neben dem Walter”, hat er einmal gesagt, „gibt’s das nicht.” Dieses Vertrauen, die Grundlage der gemeinsamen Erfolge, beruhte stets auf Gegenseitigkeit. Walter Röhrl: „Wenn der Christian sagt, ich zähl‘ bis zehn, dann biegst rechts ab, dann biege ich bei zehn rechts ab, ganz egal, ob ich was sehe oder nicht.”